Archiv: Basch #24 – Vorwort

Hallo St. Pauli-Fans,

das letzte Heimspiel steht an und es verstärkt sich so langsam das Gefühl, dass die Saison sportlich relativ durch ist. Man kann sich des Gefühls einfach nicht erwehren, dass in der zweiten Hälfte der Saison weder nach unten noch nach oben viel gehen wird. Das ist auf der einen Seite bedauerlich, schafft aber auch Räume und Kräfte für andere Themen, derer wir in unserem Verein und Umfeld nun wahrlich genug vorfinden.

So wird sich zeigen, was die Jahreshauptversammlung bedeutet und ob es wirklich einen neuen Spirit zwischen Präsidium und Fans gibt. Der ganze Sicherheitsschwachsinn der Verbände hängt noch immer über unseren Köpfen und ich würde mich auch abseits der Fußballbonzen wundern, wenn sich beispielsweise die in ihren Positionen stramm rechten Hetzer und Demagogen der Polizeigewerkschaften plötzlich an Realitäten orientieren würden.

Nicht zuletzt gilt es auch, weiterhin die eigene Gruppe und Subkultur weiter zu entwickeln. Vor Saisonbeginn rauchten die Köpfe und USP wurde in einigen Bereichen doch deutlich anders aufgestellt. Die neue Offenheit, das Auflösen einer gewissen Isolation und das Angebot an alle Interessierten an die Gruppe heranzuwachsen und mitzumachen, hat sich ausgezahlt. Wir sind deutlich mehr geworden und haben viele neue Mitglieder hinzugewonnen. Das freut mich sehr und ich würde mir wünschen, dass viele dieser neuen Leute Feuer fangen und sich über ihre reine Mitgliedschaft hinaus in die Gruppe einbringen. Auch das wird 2013 ein großes Thema sein, denn ich bin der festen Überzeugung, dass eine gute und starke Organisation eine entscheidende Rolle dabei spielt, wie man Bedrohungen und Gefahren, aber auch anderen positiven Herausforderungen begegnen kann. Ihr seht, langweilig wird es sicher nicht.

Erstmal wird es aber für kurze Zeit ruhiger und so manche Ultras haben schon durchklingen lassen, dass sie sich auf die “freie” Zeit freuen. Es ist leider noch immer so, dass die viele Arbeit auf zu wenigen Schultern verteilt ist und Leute sich verbrannt fühlen. Da schließt sich der Kreis zum vorherigen Absatz und ich wünsche mir für das kommende Jahr, dass mehr Leute mit anpacken und sich bei den vielen Dingen wie Choreo, Auswärtsfahrten vorbereiten, Antirazzista, Partys, Video, Pyro, BASCH und so weiter und so fort einbringen.

Ein kurze Randnotiz: Beim vorletzten Spiel hat der zivile Ermittler direkt vor dem Fanladen Fans angesprochen. Die Sankt Pauli Mafia, deren Mitglied betroffen war, hat das Richtige getan und neben einer Ablehung der Kommunikation den Vorfall öffentlich gemacht. Das Motto der Zivilbeamten scheint mittlerweile zu sein: “Provokation um jeden Preis”. Anders ist es nicht zu erklären, sich gerade vor dem Fanladen so respektlos zu verhalten und damit zu drohen, notfalls Uniformierte vor dem Fanladen einzusetzen. Natürlich gilt nach wie vor und jeder klare Kopf weiß: Kein einziges Wort zu den “Szenekundigen Beamten”, die uns schaden, wo immer sie können.

Auch wenn es zu früh für Feiertagsgrüße zu sein scheint, so ist es doch die letzte Ausgabe BASCH vor dem Jahreswechsel, und obgleich wir uns sicher zum großen Teil noch bei vielen Gelegenheiten sehen werden, möchten wir an dieser Stelle allen Leserinnen und Lesern fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen.

Wir sehen uns spätestens in 2013 und dann geht’s wieder rund. Macht’s gut!

Love!

Anachronist