Archiv: Basch #22 – Vorwort

Hallo St. Pauli-Fans!

So ganz haben wir den Sprung ins Mittelfeld der Tabelle leider noch nicht geschafft. Klar, beim Tabellenzweiten Hertha kann man am Montagabend verlieren, aber der Punkt in Berlin war greifbar. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Auch beim letzten Heimspiel gegen Bochum war im Grunde mehr drin, aber offenbar reicht es momentan einfach nicht dazu. Existenziell ist das alles derzeit nicht, aber wenn die nächsten beiden Spiele gegen den Konkurrenten Duisburg und beim Tabellenführer Braunschweig verloren gehen, dann wird’s doch wieder enger, als uns allen lieb ist.

Aber auch der ganze restliche Zirkus geht weiter. Die Diskussion rund um die ganze Sicherheitsscheiße und auch um die Rolle unserer “Offiziellen” geht in die nächste Runde.

Gernot Stenger wurde von verschiedener Seite angeschossen und auch an dieser Stelle wurde ihm nahegelegt, seinen aktuellen Job an jemanden zu übergeben, der ihn besser erledigen kann und sich, aus meiner Sicht gegebenfalls auch weiter in präsidialem Umfeld, mit Dingen zu beschäftigen, die ihm mehr liegen. Offenbar sieht er das aber anders. Seine Reaktion auf die Kritik ist bisher erschreckend schwach und lässt nicht erkennen, dass er an der Lösung des Problems teilhaben will. So versuchte er jüngst, einige wenige der gegen ihn vorgebrachten Punkte zu entkräften – in einem Schreiben, dass jegliche Empathie vermissen lässt und sich liest, als hätte es irgendein Rechtsanwaltsgehilfe für ihn verfasst. Die Spatzen pfeifen von St. Paulis Dächern, dass die gegen ihn erhobenen Vorwürfe (vor allem der, die Fanvertreter angelogen zu haben), allesamt bewiesen werden könnten, wenn es hart auf hart kommt.

Letztlich kommt es darauf aber gar nicht an. Gernot, selbst im nach aktuellem Stand unwahrscheinlichen Fall, dass du dich durch geschicktes Darstellen der Chronologie aus diesem Ding herauswinden kannst, bleibt das Grundproblem, das viel elementarer ist und viel tiefer geht. Nimm es doch einfach mal an! Nimm es doch verdammt noch mal einfach mal an!

Es wäre ein Zeichen von Stärke, zu sagen: “Wir kommen hier an diesem Punkt im Sinne des Vereins nicht weiter. Ich habe viele Stärken und die möchte ich dem Verein weiter anbieten, mein aktueller Job – Fanthemen – gehört aber offenbar nicht dazu. Daher mache ich den Weg frei für jemanden, der es vielleicht besser ausfüllen kann.” Ich fände es bedauerlich, wenn erst die JHV hier den nächsten Schuss vor den Bug bringen müsste. Mit dem nicht ausbleibenden bösen Blut, mit der Erkenntnis, dass du mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht formal abgewählt, aber durch die Tatsache beschädigt sein wirst, dass sich vor allem die Kernzielgruppe deines Aufgabenbereichs nicht mehr durch dich vertreten fühlt. Du hast es in der Hand, uns allen diese Auseinandersetzung zu ersparen. Eventuell bietet sich ja sogar im eigenen Präsidiumskreis jemand an, der es versuchen möchte.

Kommt alle zur JHV! Wenn ultrà heißt, den FCSP zu einem zentralen Element des eigenen Lebens zu machen, dann führen am 26.11. alle Wege ins CCH! Vor vielen Jahren stellte mal ein St. Pauli-Fanzine eine entscheidende Frage. Sie lautete: “Auf den Rängen habt ihr die Macht. Warum nicht auch im Verein?”

Nach dem Spiel Marsch zum Fanladen!

Anachronist