A-Jugend vs RWE / Bucs vs. Kiel

Ersatzhandlung (engl. redirection activity) ist ein Begriff aus der Psychoanalyse und beschreibt eine Handlung, die an die Stelle der ursprünglich angestrebten tritt, wenn diese durch Verdrängung oder äußere Hemmung nicht ausgeführt werden kann.

Braun-weisse Ersatzhandlungen: mit einer Silbernen Hochzeit vom Vorabend in der Knochen ging es für mich in den Sternschanzenpark zur alten Heimstätte der Amateure, lang ist es her. Die A-Jugend des FC St. Pauli stand vor dem vorletzten Spieltag 4 Punkte vor den Abstiegsplätzen, ein Sieg am heutigen Sonntag gegen den Tabellenvierten aus Erfurt würde die Braun-Weissen also von allen Abstiegssorgen befreien.
Die RWE-Spieler begannen sehr druckvoll und wirbelten die nervöse St. Pauli-Abwehr ziemlich durcheinander. Unsere A-Jugend hingegen kam kaum über die Mittellinie, alles zu kompliziert statt klarer Pässe. Erst nach einer Viertelstunde wurde die Partie ausgeglichener und auch die St. Paulianer fanden den Weg zum gegnerischen Strafraum. Nach einer halben Stunde St. Pauli eiskalt mit einem Doppelschlag. Vor ca. 80 Zuschauer trifft Ardian Sejdiu zur erlösenden Führung. Das 2:0 durch Okyere Wriedt war dann ein klarer Torwartfehler. Sicher, stramm geschossen, trotzdem kein Grund den Ball über die Hände hinweg ins Tor trudeln zu lassen. Kurz vor der Pause erhöht Collin Heins noch auf 3:0.
Klarer Spielstand also zur Halbzeit und im zweiten Spielabschnitt passierte auch nicht mehr viel. 2 Lattentreffer am rot-weissen Gehäuse und hinten brannte wenig an, auch wenn die letzten Minuten nach Gelb-Rot noch zu zehnt zuende gespielt werden mussten. Mit Abpfiff feierten die Spieler den Verbleib in der Bundesliga Nord/Nordost.
Anderthalb Stunde später ging es schon Richtung Hammer Park. Wo sonst die „Geächteten“ von Hamm United in feinster Manier den Fussball zirkulieren lassen, traten die St. Pauli Bucaneers gegen die Kiel Baltic Hurricanes II an. Eher schlecht in die Saison gestartet, warten die Bucs noch auf ihre ersten Punkte. Hatte es morgens im Schanzenpark noch leicht genieselt, drückte jetzt die Sonne vom Himmel. Vielleicht führte das dazu, das sich die Mannschaften auf dem Feld vielfach neutralisierten und es zu wenig Touchdowns kam. Fliegende gelbe Flaggen, explodierend geifernde Gasttrainer, sich pushende Teams und krachende Hits. Football hat schon was, das Spiel heute hatte aber auch Längen und Leerlauf. Vor ca. 100 Zuschauern, die den 1€ Eintritt gelöhnt hatten, gewannen die Bucs am Ende 14:7 und dürfen auf weitere Punkte in den nächsten Wochen hoffen.
Nächstes Wochenende dann: