Archiv für November 2011

Hemmungen – null, Rücksicht – null!

Einen Tag zu spät, aber Raimund Harmstorf sagt in „Blutiger Freitag“, wie es ist…

Basch #8 erscheint zum Dynamo-Spiel


4 in a row, wieder wurden die 3 Punkte von der Ostsee heimgebracht. Zum nächsten Heimspiel erscheint unser Fanzine mit der Ausgabe Nummer 8 und bietet dabei u.a. folgende Themen:
- Fürth home
- Rostock away
- Diverse Kommentare zur JHV
- History Book Dynamo
- Choreogruppe
und vieles, vieles mehr!
Der Sonntag wird eh Festtag der braun-weißen Fanzinekultur, bringt genügend Geld mit: Der Übersteiger soll erscheinen, der Kiezkieker natürlich, „Das Ende der Welt“ der Breitseite und die Sankt Pauli Mafia bringt ihren neuen Zeckenbiss aus NRW mit. Die Skins? Die faulenzen mal wieder.

Alle zur JHV!

Sankt Pauli und ich sind so…

Apocalypse now – wir sind Sankt Pauli!


Alle Jahre wieder steht sie vor den Stadiontoren, bereit diese zu stürmen. Die Apokalypse! Ihre Reiter? Das Internet, das Fernsehen und der Blätterwald, Polizeisprecher, Politiker und Vereinsoffizielle. Alle befeuern sie: Die große Angst vor zunehmender Fußballgewalt. Ist es denn wirklich so? Vollkommen unerheblich. Mehr Verbote, mehr Repression, mehr Polizei, mehr Scheisse sind in jedem Fall die Antwort. Jeder Fan, der seinem Club durch die Republik folgt, hat zwar schon so manches gesehen, muss sich aber gerade deswegen zum wiederholten Male fragen wessen Welt vor dem Untergang steht und vor allem wer hier den Fußball für seine Zwecke missbraucht.

Von dem allgemeinen Fußball-Sicherheitswahn ist auch unser Spiel in Rostock betroffen. Noch nie hat eine Auswärtsfahrt unter so weitreichenden Auflagen stattgefunden. Kontrollen und Leibesvisitationen jedes Mitfahrers bereits am Gleis in Altona, um überhaupt in den Zug zu gelangen. Zwei Helikopter, die die Züge begleiten und offizielle Verfügungen, was man an dem Tag auch außerhalb des Stadions mit sich führen darf und was nicht. Die Vorschriften, wer sich wo wann aufhalten darf. Die Kriminalisierung aller Fans, die ihre Fußball-Mannschaft zu einem Auswärtsspiel begleiten wollen. Dieser Staat duldet weder Nonkonformität noch Gelegenheiten, in denen er nicht vollständige Kontrolle über alle Menschen ausüben kann. Die geringe Lobby von Fußballfans verhindert einen ansonsten überfälligen Aufschrei der liberalen Öffentlichkeit.

Der Fußball und die Fankultur sind nach wie vor nicht durch die “Randalierer” bedroht, nicht durch die organisierten Fans, die Ultras oder andere Fans, die für ihre Vorstellungen kämpfen. Diese Menschen sind noch immer ein elementarer Teil des Ganzen. Sie leben und lieben den Fußball, richten ihr Leben nach ihm aus, sie kämpfen um ihn, schützen Freiräume und verteidigen durch ihre fortwährende Kritik an den sich entwickelnden Verhältnissen im Grunde die letzte Würde des Fußballs.

Also schlechte Aussichten für den kommenden Samstag? Nein! Denn wie immer bleibt die Frage, ob man das Schäfchen sein möchte, dass brav zur Schlachtbank wandert, oder ob man in Frage stellt, wie sehr man sich auf die Hegemonie der Repression einlassen möchte. Und diese Frage kann jeder beantworten! Sie werden es nie verstehen, dass wir um unsere Freiräume kämpfen. Die letzten Freiräume, die dieses kranke System den Menschen noch lässt, sind die, die die Menschen sich selber nehmen. Das gilt für unsere Fankurven genauso wie für aktuelle soziale Auseinandersetzungen außerhalb der Stadien um Wohnraum und ein selbstbestimmtes, menschenwürdiges Leben.

Lasst euch den Spaß nicht nehmen und scheißt auf die Bullen und ihre Provokationen. Wir fahren fröhlich, heißblütig und voller Euphorie zum Fußball nach Rostock, um unsere Mannschaft zu unterstützen und darzustellen, wer wir sind. Wir entsprechen auch weiterhin nicht ihrer Norm und wir haben nicht den Anspruch, ihnen und dem “modernen Fußball”, seiner sauberen Plastikwelt zu gefallen. Reflektiert ein bisschen, welche Scheiße es wert ist, gebaut zu werden und seid solidarisch miteinander, falls wir uns gegen Angriffe egal welcher Seite wehren müssen. Kommt in der herbstlichen Modefarbe Schwarz zu den Treffpunkten vor und nach dem Spiel, schließt euch zusammen und freut euch auf einen spannenden Tag und eines der nominell aufregendsten Auswärtsspiele der Saison – an dessen Ende wir die Kogge hoffentlich ein weiteres Mal versenkt haben werden.

Apocalypse now – wir sind Sankt Pauli!

THW Kiel II – FC St. Pauli 33:26

Spielfreies Wochenende, einige St. Paulianer zog es in den Osten zum Pokalspiel der Babelsberger bei den hässlichen Fratzen von Frankfurt/Oder, unser Auto lenkten wir aber Richtung Norden. Zwei unterklassige Fussballspiele beim Rendsburger TSV und TuS Rotenhof (insgesamt 15 Tore, das geht auch schlechter.) standen auf dem Planungszettel und als Nachschlag der Auftritt der FCSP-Handballherren beim THW Kiel II.

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Auf dem Weg nach HRO / Nordkurve

Mundschutz rein, Mundschutz raus, Krankenkassenkarte checken, Gürtel lockern, so ein Opa vom „Splitter“ erzählt vom Krieg… Irgendwann wird es auch im Sonderzug nach Rostock langweilig, deswegen verkaufen wir auf der Fahrt noch die letzten Hefte der Basch #7.
Und wenn wir grad beim Verkauf sind: Die Basch ist seit dem Fürth-Spiel auch im Fanladen-Container in der Nordkurve erhältlich.

Archiv: Basch #7 – Interview Zomia

bauwagensplatz zomia

Fünf Wagenplätze gibt es in Hamburg, die meisten von ihnen befinden sich im Status der Duldung oder haben Verträge, welche den Zeitraum dieser Duldung auf mehrere Jahre festlegen. In Wilhelmsburg hat sich seit einem knappen Jahr ein weiterer Platz etabliert, doch wenn es nach dem Willen von Markus Schreiber geht, Amtsleiter im Bezirk Mitte und zuletzt durch den „Anti-Obdachlosen Zaun“ unter der Kersten-Miles-Brücke in die Kritik geraten, soll der neue Wagenplatz „Zomia“ bis Ende November geräumt sein. Markus Schreiber war schon einmal an der Räumung eines Wagenplatzes beteiligt. Damals am 4.11.2002 vor ziemlich genau neun Jahren ließ Schreiber „Bambule“ räumen. Ab dem 04.11.2011 hat Zomia einen gültigen Räumungsbescheid und muss dann mit einer zeitnahen Vollstreckung rechnen. Grund genug, sich einmal mit den Bewohnerinnen zu treffen und ins Gespräch zu kommen. Getroffen haben wir uns dann schließlich mit Kai. (mehr…)

Zwei Leseempfehlungen

Zwei Leseempfehlungen, einmal digital, einmal auf Papier.
Ich les ihn immer wieder gern und nun wollte ich auch mal anderen ans Herz legen, den fcumad.tumblr.com-Blog. Ihr interessiert euch für den FC United of Manchester und Einblicke in englische Fankultur? Ihr habt Freunde im Ausland, wollt diese gern auf dem Laufenden halten, was rund um den FCSP los ist? Seid aber einfach viel zu faul, da jedes Mal in Englisch Romane zu tippen?
Der FCUMAD-Betreiber besucht viele Spiele zusammen mit der Sankt Pauli Mafia NRW und berichtet detailgetreu und interessant aus der Südkurve. Und daneben gibt es eben auch Infos um den FCUM. Das Video vom FA Cup-Sieg in Rochdale letzte Saison ist der Hammer! Recommended!

Eigentlich wollte ich eine Überleitung a là „Und wenn wir grad bei SPM sind, wo bleibt eigentlich der neue Zeckenbiss?!“ schreiben, da entdecke ich auf ihrer Seite die Werbung für die neue Ausgabe. Zu erwerben ab dem Heimspiel gegen Dynamo.

Archiv: Basch #7 – Herzlich Willkommen im Club der Verbrecher

München: 80 Personen in Gewahrsam nach dem Derby Bayern vs. FCN. Stuttgart: Bus-Überfall auf Anhänger des BVB. Werne: Erneute Auseinandersetzungen zwischen Anhängern des BVB und Fans von Werder Bremen. Magdeburg: Kapitän des FCM vor dem Derby gegen Halle in seiner Wohnung bedroht. Frankfurt: Resultat des Pokalspiels gegen Kaiserslautern – 8 verletzte Bullen, 9 Festnahmen. Dortmund: Stein des Anstoßes. Anhänger von Dynamo Dresden versuchen, den Eingang zum Gästeblock zu stürmen, zünden Pyrotechnik und Böller und liefern sich im und außerhalb des Stadions Auseinandersetzungen mit der Polizei.
Ein Ereignis-Ticker, der 10 Tage umfasst. Innerhalb dieser 10 Tage wurde und wird der vermeintlichen und faktischen Gewalt in und um Fußballstadien eine mediale Öffentlichkeit geschenkt, die jeglichen Rahmen sprengt. Es kommt daher wie eine Diskussion, eine Debatte, die zum Wohle aller geführt wird. Tatsächlich werden jedoch an keiner Stelle der Debatte unterschiedliche Positionen ausgetauscht oder gar über unterschiedliche Ansichten diskutiert. Stattdessen darf jeder Bundesliga-Funktionär, Trainer, Spieler, Fanforscher und der Typ, der einen kennt, der auch mal ins Stadion geht, seinen Senf zu Fankultur, Pyrotechnik und Gewalt ablassen. Das eben jene drei Aspekte, die nur bedingt zusammenhängen, in einen Topf geschmissen werden, ist dabei nicht neu. Am Ende stehen dann immer die Forderungen nach mehr Polizei, mehr Überwachung und härteren Strafen. Alles schon tausendmal gehört. Und doch resultieren aus der jetzigen Debatte drei Neuerungen, die sich auf unser zukünftiges Fandasein massiv auswirken können. (mehr…)